Mark Whitwell ist so etwas wie der Haudegen des Yoga. Als die Popstars der Yogawelt – Bryan Kest oder Duncan Wong – noch mit ihren Matchbox-Autos spielten, sog Mark schon die Weisheiten des Yoga vom großen Gelehrten Krishnamacharya auf. Das beweisen die Bilder in seinem Buch “Herz-Yoga”, auf denen der junge Whitwell im Kreise spiritueller Weggefährten in Indien zu sehen ist. Und das beweist vor allem die Präsenz, wenn er einem persönlich gegenüber sitzt und mit sanfter Stimme spricht.
Der großgewachsene Neuseeländers mit dem grauen Pferdeschwanz ist überzeugt davon, dass es nur ein Yoga gibt – das allerdings an jeden Menschen individuell angepasst werden muss. Andere Schüler Krishnamacharyas verbreite(te)n “ihr” Yoga wie eine Marke. K. Pattabhi Jois etwa taufte seine dynamische Interpretation “Ashtanga Yoga”, BKS Iyengar nannte seine auf Ausrichtung konzentrierte Praxis gleich “Iyengar Yoga”. Mark Whitwell dagegen findet, dass Schüler nicht nach einer möglichst passenden Yoga-Richtung suchen sollten, ob Jivamukti oder Sivananda, sondern nach einem Lehrer, der ohne Beachtung der eigenen Präferenzen jeden Schüler das lehrt, was der in dem Moment braucht. Mark Whitwell klingt manchmal fast verzweifelt, wenn er solche Gedanken äußert. Als verstünde er nicht, warum sich Menschen in ein Schema pressen lassen, wo sie sich doch eigentlich nur selbst erkennen wollen.
In seinen Workshops, aber auch in seinem Buch “Herz-Yoga” predigt Whitwell die Befreiung von Zwängen so überzeugend, dass kaum auffällt, wie sehr er selbst eine Vorstellung davon hat, was “richtig” sei. Dennoch ister ein empfehlenswerter Lehrer – und sein Buch außergewöhnlich. Hier legt ein Urgestein der Yoga-Welt sein Bekenntnis ab. Mark Whitwell erzählt von so gut wie allem, was seinen Weg geprägt und seine Überzeugungen geformt hat: von seiner Mutter, von Asana-Serien und Atemübungen, von Tipps gegen Impotenz und weltbekannten Lehrern. Simple Praxis-Tipps stehen neben fundierten philosophischen Gedanken.
Eines seiner zentralen Themen ist die Beziehung zwischen Frau und Mann. Mit tiefer Begeisterung für das weibliche Element feiert Mark Whitwell diese als Form des Eins-Werdens mit der Welt. Jedes Ding, jedes Wesen dieser Welt, so Whitwell, ist mit allem verbunden. Dadurch sind alle erleuchtet – wir hätten dies nur leider vergessen. Yoga helfe uns, die Erinnerung zurück zu bringen: Es gibt nichts zu tun, wir sind bereits perfekt! Womit uns Mark Whitwell wohl die schönste Erkenntnis schenkt, die ein Yogalehrer vermitteln kann.
Katharina Klofat - veröffentlicht auf www.yogaeasy.de
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Erstellt von ThoreS 24. Apr 2008 at 12:54. Zuletzt aktualisiert von ThoreS 24. Apr 2008.
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