Vor kurzem erzählte mir ein Freund von Stevia. Das sei aus Südamerika und das perfekte Süßungsmittel. Es enthalte quasi keine Kalorien und schade auch den Zähnen nicht. Außerdem sei es extrem süß und man müsse nur eine winzige Menge davon benutzen.

Ich habe dann in einem Biosupermarkt danach gefragt. Die erste Mitarbeiterin kannte das nicht. Sie holte dann die 'Expertin'. Diese musterte mich erst ein bißchen. Warum, stellte sich dann später heraus.
Sie ging dann mit mir in die Kosmetikabteilung und zeigte mir einen Beutel mit dem weißen Pulver. Das sei aber nur als Badezusatz zu verwenden, kein Lebensmittel. Der Freund hatte mir sowas schon erzählt. Im Gespräch erklärte sie mir dann, daß Stevia in Deutschland nicht als Lebensmittel zugelassen ist. Die Polizei war sogar schon mal da und hat eine Packung mit zu kleinen Tabletten gepresstem Stevia beschlagnahmt. Daher war sie auch erst etwas mißtrauisch ;D

Ich habe das dann gekauft und ausprobiert. Es ist wirklich ausserordentlich süß. Eine kleine Messerspitze reicht schon für einen Kaffeebecher oder Joghurt. Es schmeckt ziemlich gut. Nimmt man aber zuviel, schmeckt es schnell lakritzig bitter.
Stevia wird aus den Blättern einer Pflanze, die in Brasilien und Paraguay wächst, gewonnen. Neben dem weißen Pulver (das superteuer ist; ich glaube, 100g kosteten EUR 20) kann man auch die getrockneten Blätter kaufen.
In Japan wird es anscheinend seit Jahrzehnten als Süßungsmittel eingesetzt.
Zunächst war ich genervt, daß die Verbraucher in Deutschland so bevormundet werden. Dann las ich aber, daß angeblich noch nicht abschließend geklärt ist, ob Stevia nicht doch toxisch ist. Angeblich soll es die männliche Fruchtbarkeit einschränken und wird entsprechend seit langem in Südamerika als Verhütungsmittel eingesetzt.
Ob das nun Panikmache von der Zuckerlobby ist oder tatsächlich durch Forschungsergebnisse untermauert wird, steht noch nicht fest.